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Menschen bei Maischberger vom 23.04.13 „Entmündigt - Haben Betreuer zu viel macht?“

files/bvfb/content/grafik/Bilder/allgemein/Gespraechsrunde MbM.jpgBundesverband freier Berufsbetreuer trug erfolgreich zur Objektivierung und Versachlichung bei

Der Unterschied zur ersten Sendung zum Thema aus dem Februar Entmündigt – Wenn Betreuung zum Albtraum wird war mehr als deutlich. Die beiden Vorstandsmitglieder des Bundesverbandes freier Berufsbetreuer, Dr. Jörg Tänzer (Fachlicher Geschäftsführer) und Doreen Schrötter (Referentin) konnten vieles gerade rücken. Blieben die als Betreuungsopfer vorgestellten Gäste und ihr Anwalt Prof. Dr. Thieler in der ersten Sendung im Februar in Anwesenheit des 1. Vorsitzenden des BdB e.V. noch völlig unwidersprochen, sahen sie sich diesmal kompetentem Widerspruch und Sachkenntnis gegenüber. Rechtsanwalt Thieler bestätigte letztlich sogar die von den beiden BVfB-Vertretern benannten Sachverhalte. Dazu trug nicht zuletzt auch das sympathische und kompetente Auftreten der Berufsbetreuerin Doreen Schrötter bei.

Leider wurden auch die Schwächen solcher Sendeformate deutlich. In 75 Minuten Sendezeit kann ein so wichtiges und komplexes Thema nicht hinreichend bearbeitet werden. Es wurden auch jetzt wieder Aussagen getroffen, welche der Gesetzeslage und der Betreuungswirklichkeit widersprechen. So ist es nicht, wie behauptet, zulässig, dass Betreuer die Wohnungen der Betreuten ohne deren Zustimmung betreten dürfen.

Aus Zuschriften, die dem BVfB vor der Sendung unaufgefordert zugingen, ergaben sich übrigens weitere interessante Sachverhalte. Die in der Sendung aufgetretene Frau Butenschön war nicht so uneigennützig war wie sie es darstellte. Sie hat unter Anderem aus dem Vermögen ihres Ehemannes nicht unerhebliche Geld- und Sachgeschenke an ihren Sohn gemacht. Was Frau Butenschön in der Sendung nur andeutete, wurde von einer Person, die den Fall kennt, konkretisiert: „Sie war endlich einmal in der Lage, über das Vermögen ihres Mannes zu verfügen, der sie sonst als Oberstudienrat "kurz" gehalten hat. Schreiben des Betreuungsgerichts über die Erstellung der Rechnungslegung hatte sie einfach ignoriert.“

Über Frau Boldt wurde uns unmittelbar vor der Sendung bekannt, dass diese aus dem Bonner Verein „Handeln statt Mißhandeln“ (www.hsm-bonn.de) ausgeschlossen wurde, weil sich ihr persönlicher Kreuzzug gegen Bonner Berufsbetreuer vereinsschädigend ausgewirkt hatte. Es wundert nicht, dass Frau Maischberger eine entsprechende Frage von Dr. Jörg Tänzer sofort abwürgte. Es wäre doch zu peinlich gewesen.

Sofern allerdings das Bonner Amtsgericht im wesentlichen so agiert haben sollte, wie von Frau Boldt behauptet (Sandra Maischberger erklärte in der Sendung, sie habe mit dem Amtsgerichtsdirektor telefoniert), dann haben die Bonner Betreuungsrichter und die Betreuungsbehörde dringende Veranlassung, ihre Standards bei Unterbringungen zu überprüfen und dies auch öffentlich zu kommunizieren.

Wir hoffen, dass wir unter dem Strich etwas für den Ruf aller beruflichen und ehrenamtlichen Betreuer tun konnten.
Helge Wittrodt 1. Vorsitzender des BVfB e.V.

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